Keine Probleme mit Rosen durch richtige Sorten- und Standortwahl.

Rosen gehören mit zu den beliebtesten Gartenpflanzen. Mit ihren verschiedenen Wuchsformen, Farben und Blütenformen sind sie vielfältig bei der Gartengestaltung einsetzbar: Als „klassische“ Beetbepflanzung, als Mittelpunkt eines Staudenbeetes, zur Wandbegrünung oder als Kübelpflanze auf der Terrasse oder dem Balkon. Leider gelten sie bei vielen Gartenfreunden völlig zu unrecht als sehr pflegeaufwendig und krankheitsanfällig. Dabei kommt es lediglich auf die richtige Standort und Sortenauswahl an.

Auf den Standort kommt es an!
Eine Grundvorrausetzung für das gute Gedeihen jeder Pflanze ist der geeignete Standort. Rosen bevorzugen Sonne und luftige Pflanzplätze. Bodenbeschattung lieben sie zudem. Nur besonders widerstandsfähige Sorten wachsen und blühen auch in halbschattigen Lagen (Standorthinweise der Züchter!) noch gut. An zu schattigen oder zu trockenen Plätzen ist das Laub anfälliger für pilzliche Erkrankungen. Zu heiße Plätze, an denen sich Luft staut, sind ebenfalls nicht optimal, da dort die Rosen sehr schnell verblühen. Rosen wachsen auf fast allen Böden, am besten sind jedoch tiefgelockerte, lehmighumose, nährstoffreiche Böden. Nasse und kalte Standorte sollte man meiden.
Hat man einen für Rosen optimalen Standort, wird man bei günstigem Witterungsverlauf auch mit pilzempfindlichen Sorten dort weniger Probleme als an anderen Standorten haben. Umgekehrt braucht man sich nicht zu wundern, dass relativ pilzfeste Sorten an ungünstigen, schattigen und feuchten Standorten an Mehltau, Sternrußtau oder Rosenrost erkranken. Außerdem lässt hier die Blühwilligkeit zu wünschen übrig. Ist ein rosengerechter Standort gefunden, sollte man zudem bei der Sortenauswahl nicht nur auf Farbe und Duft sondern vor allem auf Blattgesundheit achten.

Wie finde ich die richtige Sorte?
Eine riesige Zahl von Rosensorten sorgt beim Laien eher für Verwirrung. Hier bietet die Sichtung des ADR-Arbeitskreises eine gute Hilfestellung. Die ADR ist ein Arbeitskreis aus Bund deutscher Baumschulen (BdB), Rosenzüchtern und unabhängigen Prüfungsgärten. Die ADR-Prüfsorten werden an 11 Standorten seit den 70er Jahren ohne Fungizidbehandlung kultiviert, um Zierwert und Robustheit der Neuheiten anhand ihrer natürlichen Eigenschaften zu beurteilen. Davor wurden in den Sichtungsgärten Pilzbekämpfungsmittel eingesetzt. Deshalb sind insbesondere die Jahrgänge, die nach 1980 das ADR-Zeichen erhielten, äußerst widerstandsfähig. Einige als nur durchschnittlich widerstandsfähig eingestufte ADR-Sorten sind in der ADR-Liste weiterhin aufgeführt, da sie aufgrund ihrer Blütenwirkung gegenwärtig noch empfehlenswert sind und weil auf sie im Garten noch nicht verzichtet werden kann. Es werden jedoch auch laufend ältere ADR-Sorten überprüft und diesen, falls sie inzwischen den Prüfkriterien nicht mehr ausreichend genügen, das ADR-Zeichen aberkannt. Die Liste aller ADR-Rosen findet man unter:
http://www.adr-rose.de/index.htm

Hier einige Sorten, die im Prüfgarten Veitshöchheim als gegen Sternrußtau und/oder Echten Mehltau als gesund bis gering anfällig eingestuft wurden:
http://www.gartenakademie.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/ALL/0610DDFFF75DF03CC125737D00528823/$FILE/Robuste%20Rosensorten%20Veitshoechheim%202007.pdf

Auch bei ADR-Rosen Pflanzenschutz?
Obwohl diese Rosen relativ widerstandsfähig sind, wirkt es sich sehr positiv aus, wenn sie wenigstens einmal zum Frühjahrsaustrieb mit einem Pflanzenstärkungsmittel wie zum Beispiel „Neudo-Vital Rosen-Pilzschutz“ (im Fachhandel). besprüht werden. Auch Schachtelhalmbrühe eignet sich hierfür. Insbesondere bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen (viele Niederschläge) ist dies empfehlenswert, da in solchen Jahren auch diese äußerst robusten Pflanzen Pilzbefall haben können. Die Pflanzenstärkungsmittel erhöhen die pflanzeneigene Widerstandsfähigkeit in dem sie Abwehrstoffen gegen die Schadorganismen (induzierte Resistenz) aktivieren und/ oder Substanzen in die Zellwände einlagern und dadurch das Eindringen von Pilzen erschweren. In Jahren mit "normalem" Wetter können diese Mittel gerade bei robusten Sorten erfahrungsgemäß den Fungizideinsatz völlig ersetzen.
Ebenso wichtig ist allerdings auch das richtige Gießen: Nie über die Blätter der Pflanze wässern, sondern immer nur den Boden! Andernfalls produziert man ein Klima wie in einem „nassen Sommer“, die Blätter trocknen nur langsam ab und Pilze haben die besten Lebensbedingungen! Zeigen sich trotzdem die ersten Anzeichen einer Pilzerkrankung, sollten Sie diese mit der Schere bekämpfen: Entfernen Sie die befallenen Blätter und Triebe.
Allerdings gibt es auch eine Reihe von tierischen Schädlingen, allen voran die Blattlaus, die die Rosen schädigen können. Hier muss man bei Befall entscheiden, ob bzw. welche Bekämpfung notwendig ist. Pflanzenschutzmittel sollten nur zum Einsatz kommen, wenn dies unbedingt nötig ist, dann sollte man jedoch das umweltverträglichere Mittel wählen. Gegen Blattläuse gibt es z.B. Mittel auf Kali-Seifen-Basis (z.B. Neudosan neu). Beachten Sie: Diese Mittel wirken i.R. nur zufrieden stellend, wenn sie rechtzeitig und mehrmals eingesetzt werden!

Kletterrose am Rosenbogen- nur gesund eine Augenweide!
© DLR


eva.morgenstern@dlr.rlp.de     www.Gartenakademie.rlp.de drucken nach oben  zurück