Untersuchungen zur Lebensweise des Springwurmwicklers

Ansprechpartner: Dr. Karl-Josef Schirra
karl-josef.schirra@dlr.rlp.de

Untersuchungen zur Lebensweise des Springwurmwicklers Sparganothis pilleriana Schiff. als Grundlage für die Entwicklung umweltschonender Bekämpfungsstrategien

Der Springwurmwickler gehört im südlichen Bereich des Anbaugebietes Pfalz, aber auch in anderen Weinbaugebieten, zu den regelmäßig auftretenden Rebschädlingen. Er bildet eine Generation pro Jahr. Fraß an Rebblättern und Blütenständen kann bei hohem Befallsdruck zu erheblichen Schäden und Ertragseinbußen führen. Die Bekämpfung mit herkömmlichen Insektiziden zielt gegen das Larvenstadium und gestaltet sich sehr schwierig. Dies hängt mit dem extrem langen Zeitraum von mehreren Wochen zusammen, den die Masse der überwinternden Larven braucht, um von den Überwinterungsverstecken am Rebholz auf die grünen Rebteile zu wandern. Ein optimale Terminierung für die konventionelle Bekämpfung mit Insektiziden ist deshalb äußerst schwierig.

In einem dreijährigen Forschungsprojekt wurde die Lebensweise des Schadschmetterlings überprüft und der gezielte Einsatz von arteigenen Sexualpheromonen im Rahmen des Verwirrungsverfahrens (mating disruption = Verhinderung der Paarung) in Freilandversuchen getestet. Die pheromonbehandelten Versuchsparzellen waren ein bis acht Hektar groß. Insgesamt wurden vier verschiedene Pheromongemische untersucht. Durch den Einsatz der Pheromone konnte die Falterfangrate in Pheromonfallen im Vergleich zu unbehandelten Kontrollparzellen zwischen mehr als 97% und bis zu 100% reduziert werden. Die Anzahl der Eigelege nahm gegenüber nicht mit Pheromon behandelten Kontrollflächen zwischen 83% und 100% ab. Die Reduktion des Larvenbestandes betrug 79 - 98%. Die Ergebnisse zeigen, dass Pheromone gegen den Springwurmwickler offensichtlich bereits auf vergleichsweise kleinen Rebflächen von 5 Hektar erfolgreich wirken können, während der Einsatz des Verwirrungsverfahrens gegen die beiden Traubenwicklerarten erst ab einer Flächengröße von mindestens 20 Hektar sinnvoll ist.





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